Ein Erfahrungsbericht: Wie ich es geschafft habe, produktiv und effizient im Homeoffice zu sein

Isolation. Eine mögliche Rezession. Soziale Distanzierung. Unzählige Fragen. Überall herrscht Unsicherheit. Unnötig zu erwähnen, dass es im Moment für alle eine sehr schwierige Zeit ist. Wir wissen nicht, welche Auswirkungen die Pandemie auf unser Leben und auch auf unsere Arbeit haben wird.

Was wir aber wissen ist, dass Einsamkeit krank macht. Menschen treffen sich, weil sie einander brauchen. Wir versammeln uns, um etwas zu tun, dass wir alleine nicht können - gemeinsam feiern, gemeinsam an Projekten arbeiten, gemeinsam neue Ideen entwickeln. Mit wem wir uns treffen und zusammenarbeiten, beeinflusst und formt Teile unserer Identität und unser Verständnis darüber, wer wir sind und wer der andere ist. Es beeinflusst unsere Werte und Normen. Wenn wir nicht in der Lage sind, uns physisch zu treffen, führt dies zu einer enormen psychischen Belastung.

Nun ist es sehr wahrscheinlich, dass die Arbeit alleine von Zuhause für viele von uns zumindest einen gewissen Zeitraum zur Normalität wird. Das SARS-CoV-2-Virus wird die Welt wohl noch eine Zeit lang in Atem halten. Damit müssen wir auch die Art und Weise, wie wir bisher gearbeitet haben, zumindest für einen gewissen Zeitraum hinter uns lassen.

Nicht wenige arbeiten vielleicht zum ersten Mal von Zuhause aus. Das bedeutet, dass wir in einer bekannten Umgebung, die wir normalerweise nicht mit Produktivität verbinden, konzentriert bleiben müssen. Mein Mann und ich arbeiten bereits seit mehr als 10 Jahren mindestens einen Tag pro Woche gemeinsam im Homeoffice (zu Beginn unserer Selbstständigkeit war es deutlich häufiger der Fall). Es wirklich lange gedauert, bis wir so eingespielt waren, wie wir es heute sind. Arbeiten von Zuhause ist eine große Herausforderung, vor allem, wenn dann noch weitere Stressfaktoren dazu kommen wie es zur Zeit der Fall ist.

Hier finden Sie meine 5 Tipps, die mir rückwirkend wirklich geholfen haben, um Zuhause produktiv und stressfrei zu arbeiten:

  1. Legen Sie eine ganz bestimmte Arbeitszeit und einen speziellen Arbeitsbereich fest. Dieser Bereich kann überall dort sein, wo Sie Zugang zu einer ebenen Fläche und einer angemessenen Beleuchtung haben - einem Schreibtisch, Ihrem Küchentisch oder auch einen Lesesessel. Vermeiden Sie es aber, sich in Ihr Bett zu setzen und dort zu arbeiten. Ein fixer Arbeitsbereich und Arbeitszeit hilft Ihrem Geist und Körper zu verstehen, wann Sie sich im Arbeitsmodus befinden und wann Sie sich ausruhen oder Freizeit haben möchten.

  2. Es ist verlockend, den ganzen Tag im Pyjama herumzuhängen. Wenn Sie diesen Verlockungen widerstehen, haben Sie schon viel gewonnen. Denn Kleider machen Leute und unser Verhalten beeinflusst maßgeblich unser Denken. Ziehen Sie sich so an, wie Sie normalerweise in die Arbeit gehen würden. Wenn die Arbeitszeit vorbei ist, schlüpfen Sie wieder hinein in Ihre Freizeitklamotten. Dieser Wechsel hilft Ihnen und auch anderen, sich bewusst in Ihre Rolle einzufühlen und für alle sichtbar zu machen, in welcher Rolle Sie gerade agieren.

  3. Wenn Sie nicht pendeln oder ein physisches Büro betreten und verlassen können, was klare Grenzen für den Arbeitstag bietet, sorgen Sie für sogenannte psychologische Abschnitte. Das sind Rituale wie die Schlagzeilen überfliegend den Morgenkaffee zu trinken oder eine Runde Yoga einzulegen bevor Sie mit der Arbeit starten. Danach beginnen Sie gleich mit etwas, das Sie immer als erstes in Ihrer Arbeit machen (wie Ihre Mails zu checken) und gehen Sie so in Ihren Arbeitstag über.

  4. Wir leben in sehr stressigen Zeiten. Negative Schlagzeilen, die Sorge um kranke oder ältere Angehörige und der Kampf gegen den Drang, in Panik Toilettenpapier zu kaufen, können die Beantwortung von E-Mails und Telefonanrufe in den Hintergrund rücken. Aber je mehr Sie mit anderen kommunizieren, desto größer ist die Chance, Isolationsgefühle zu vermeiden, die wiederum zu Depressionen führen können. Versuchen Sie sooft es geht mit anderen in Kontakt zu treten. Halten Sie z.B. virtuelle Mittagessen ab oder feiern Sie auch online Geburtstage. Solche Dinge wirken am Anfang vielleicht noch etwas seltsam, aber sie machen Spaß und sie helfen dabei, in einer schwierigen Zeit ein wenig Leichtigkeit hineinzubekommen.

  5. Nehmen Sie sich bewusst nach der Arbeit Zeit für sich selbst: Überlegen Sie, was Ihnen Spaß macht, wann es Ihnen gut geht und dann tun Sie es. Schauen Sie sich Ihre Lieblingsfilme mit Popcorn an, nehmen Sie ein heißes Bad oder kochen Sie für sich. Es ist wichtig, Spaß zu haben und so der Arbeit nicht den gesamten Raum zu geben. Achten Sie auch auf eine fixe Schlafenszeit: Die Qualität des Schlafes hängt eng mit Ihrer Stimmung und Gesundheit zusammen.

Gedanken zum Schluss

Die Verbreitung des Virus zeigt vor allem, wie eng wir miteinander verbunden sind und dass das, was wir miteinander teilen, größer ist, als das, was uns trennt - ob wir wollen oder nicht. Wenn es hart auf hart kommt, entwickeln die Menschen auch scheinbar mehr Mitgefühl füreinander und helfen einander mehr.

Auch wenn wir uns hilflos und gefangen in unseren vier Wänden fühlen, gibt es immer etwas, das wir tun können. Dank der Technologie ist so viel möglich! Aus meiner Arbeit als Design-Thinking-Beraterin weiß ich, dass wenn Menschen im Team zusammenarbeiten, die schwierigsten Herausforderungen gemeistert werden können. Je mehr wir zusammenhalten, uns unterstützen und gemeinsam diese Zeit durchstehen, desto besser wird es allen gehen.